Was sind Bereitstellungszinsen?

Bereitstellungszinsen werden von den meisten Banken ab einem vereinbarten Zeitpunkt für den nicht ausgezahlten Darlehensbetrag bis zur Auszahlung berechnet. Sie sind das Entgelt dafür, dass die Banken die Darlehen zu garantierten Konditionen bereitstellen, aber noch nicht auszahlen können.

Dies ist bei Neubauten der Fall, wo die Raten erst nach Baufortschritt abgerufen werden. Die Mehrzahl der Banken bieten mindestens 12 Monate bereitstellungszinsfreie Zeiten an. Einige unserer Finanzierungspartner bis zu 24 Monate.

Wie hoch sind Bereitstellungszinsen?

In der Regel belaufen sich die Zinsen auf 3,00 Prozent pro Jahr bzw. 0,25 Prozent pro Monat. Damit sind sie deutlich höher als die normalen Zinsen für die Baufinanzierung, die derzeit verlangt werden. Vereinzelte Bankpartner haben Ihre Bereitstellungszinsen der Marktlage angepasst und entsprechend reduziert. Die ING hat z.B. Ihre Bereitstellungszinsen auf 1,8 Prozent pro Jahr bzw. 0,15 Prozent pro Monat angepasst.

 

Praxisbeispiel:

Familie Muster hat ein Baudarlehen über 300.000 € mit einem Zinssatz von 2,00 Prozent aufgenommen. Die Bereitstellungszinsen betragen laut Kreditvertrag 0,15 Prozent pro Monat. Die bereitstellungszinsfreie Zeit ist auf 12 Monate festgelegt. In der Skizze unten sind drei verscheidende Zeitpunkte (A, B, C) dargestellt.

A) abgerufene Zahlung aus Baudarlehen 75.000 €

  • 75.000 € x 2,00 % Zinsen = 125 € pro Monat
  • 225.000 € x 0,00 % Bereitstellungszinsen = 0 € pro Monat
  • Gesamt 125 € Zinsen pro Monat

B) abgerufene Zahlung aus Baudarlehen 200.000 €

  • 200.000 € x 2,00 % Zinsen = 333 € pro Monat
  • 100.000 € x 1,80 % Bereitstellungszinsen = 150 € pro Monat
  • Gesamt 483 € Zinsen pro Monat

C) abgerufene Zahlung aus Baudarlehen 300.000 €

  • 300.000 € x 2,00 % Zinsen = 500 € pro Monat
  • 0 € x 1,80 % Bereitstellungszinsen = 0 € pro Monat
  • Gesamt 500 € Zinsen pro Monat
  • + vereinbarte Tilgung (diese wird in den meisten Fällen erst nach Vollauszahlung des Darlehens belastet)
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